Der ultimative Guide für minimalistisches Reisen

Minimalismus spielt eine große Rolle bei alpengraphics. Nicht nur, weil wir uns klar für minimalistische Designs entschieden haben, sondern auch weil wir selbst minimalistisch leben und unsere Tassen als klasse Begleiter in einem minimalistischen Alltag sehen - egal ob daheim oder auf Reisen.

Im folgenden Artikel geben wir euch einen umfassenden Überblick über das Konzept Minimalismus, warum minimalistisch reisen Sinn macht, wie man eine solche Reise plant und was während dem Trip zu beachten ist.

Viel Spaß dabei!

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Teil 1: Einführung zum minimalistischen Reisen

1. Was ist Minimalismus?

Wir beginnen gleich mit der schwierigsten Frage, denn Minimalismus kann so unterschiedlich interpretiert werden. Grundsätzlich ist die Idee dahinter jedoch, dass man sich auf das Wesentliche konzentriert. Dass man überlegt, was man wirklich braucht im Leben und was Exzess ist. Mit wie viel materialistischen Dingen man sich umgibt und was davon vielleicht mehr Ballast ist und vom Wesentlichen ablenkt.

Für uns hat sich irgendwann die Frage gestellt: Für welchen materiellen Gegenstand lohnt es sich zu arbeiten? Denn für alles, was wir uns kaufen, müssen wir Arbeitszeit investieren. Ist mir dieser Gegenstand die Lebenszeit wert oder würde ich - hätte ich die Wahl - darauf verzichten und lieber die freie Zeit nutzen?

Und genau diese Frage stellen sich viele Minimalisten vor jedem Einkauf - vom Kinoticket bis zur neuen Jeans. Das Geld was ich hier investiere, hat mich wertvolle Lebenszeit gekostet. Will ich es genau hierfür ausgeben? Wie macht dieser Gegenstand mein Leben besser - nicht oberflächlich, sondern tatsächlich? (Man glaubt nicht, wie mächtig das Hirn in diesen Momenten sein kann und 1.000 'gute' Gründe hervorbringt, warum eine neue Jeans überlebenswichtig ist!!)

An diesem Punkt schlagen wir die Brücke zum minimalistischen Reisen. Unter Minimalisten gilt eine 'goldene Regel': Investiere in Erlebnisse, nicht in Dinge!

Es gibt unzählige Forschungen zum Thema 'Freude an materiellen Dingen'. Der rote Faden? Kurzes Endorphin-High und danach suchen wir nach etwas Neuem, das uns diesen 'Kick des Neuen' verspricht. Mit Erlebnissen verhält es sich anders.

Wenn wir an die schönsten Momente unseres bisherigen Lebens zurückdenken, dann kommen uns selten materielle Dinge in den Sinn, sondern meist Erlebnisse z.B. in den Bergen, beim Reisen oder mit den Liebsten.

Genau das ist die Philosophie hinter der 'goldenen Regel'. Wer weniger Geld in materielle Dinge investiert, hat mehr für Erlebnisse übrig. Nicht alle, aber viele dieser Erlebnisse können ebenfalls minimalistisch sein und bieten einem dadurch noch mehr finanzielle Freiheit.

Denn am Schluss ist der Vorteil dieser Lebensweise, dass man weniger Geld ausgibt und dadurch mehr finanzielle Freiheit gewinnt.

 

2. Was versteht man unter minimalistischem Reisen?

Die Idee des minimalistischen Reisens lehnt sich an das Grundkonzept des Minimalismus an: Was brauche ich auf meiner Reise wirklich und was ist unnötiger Luxus?

Die Antwort hierauf fällt bestimmt bei jedem anders aus. Wir erzählen im Rest des Artikels einfach mal ein bisschen darüber, wie wir von alpengraphics das Ganze umgesetzt haben.

Wichtig zu verstehen ist, dass es im Minimalismus kein Richtig oder Falsch gibt. Jeder lebt anders und überhaupt den Schritt zu machen, über den eigenen Konsum nachzudenken ist bereits eine große Bereicherung. Wie schnell man Veränderungen umsetzt und wie sehr minimalistisch man leben möchte, spielt dabei keine Rolle. Ist gibt keinen 'guten' oder 'schlechten' Minimalisten.

Dabei heißt es beispielsweise nicht, dass man als Minimalist nie mehr in ein Spa-Hotel fahren kann, wenn man das gerne machen möchte. Ich mache beispielsweise jedes Jahr mit allen Frauen in der Familie ein Spa-Wochenende und genieße das in vollen Zügen.

Reisen wir zu Zweit, planen wir aber dann doch eher minimalistisch. Allein schon, weil uns die Challenge gefällt.

 

3. Warum verreisen Menschen minimalistisch?

Diese Frage beantworte ich jetzt einfach mal aus unserer Perspektive und derer Menschen, die uns von ihren minimalistischen Reisen erzählt haben.

1. man spart sich Geld, und 2. man erlebt seine Reise sehr bewusst, fast 'achtsam'.

Für viele mag es nach purem Stress klingen, sich über absolut jede Ausgabe Gedanken zu machen. Tatsächlich resultiert das aber darin, dass man sehr viel kreativer überlegt, was man auf seiner Reise erleben kann ohne viel Geld auszugeben.

Es ist einfach irgendwo hinzufahren und ein Ticket zu kaufen, aber es bedeutet sehr viel mehr Recherche und Aufwand immer wieder neue Orte zu finden, die mit kleinem Budget besucht werden können. Und das resultiert darin, dass man seine Reiseziele sehr sehr bewusst erlebt und sich Möglichkeiten eröffnen, die einem sonst verschlossen geblieben wären.

Wir sind beispielsweise im Sommer 2019 für drei Monate durch Kanada, USA und Chile gereist - auf minimalistische Art. Dabei hätten wir an vielen Orten in tolle Restaurants mit traumhaftem Ausblick gehen können. Es wäre mit Sicherheit ein Erlebnis gewesen. Und doch kann niemand ein Picknick in der freien Prärie oder auf einem Gipfel übertrumpfen, auch wenn wir nur zwei Semmeln und Avocados gegessen haben.

Minimalistisch zu reisen hat uns auch als Paar näher gebracht, da wir jede Entscheidung immer zusammen getroffen und dadurch auch nach 8 Jahren noch viel Neues über den Anderen kennengelernt haben.

Aber vielleicht gehen wir jetzt einfach mal in den Teil über, in dem wir detaillierter über unsere Reise und die Möglichkeiten einer minimalistischen Reise sprechen, dann wird klarer, was sich hinter minimalistischem reisen überhaupt so verbirgt.

Los geht's!

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Teil 2: Reiseplanung für minimalistische Reisen

Diesen Teil haben wir in sechs verschiedene Abschnitte aufgeteilt, die für eine minimalistische Reiseplanung wichtig sind. Dazu gehören das Budget, die Route, Unterkünfte, Transport, Gepäcktipps und die Aktivitäten vor Ort.

1. Budget

Wer minimalistisch reisen möchte, sollte sich auf jeden Fall ein Budget setzen, welches wie eine Art Guideline für die restliche Reiseplanung gilt.

Wie viel Geld sollte man maximal ausgeben?

Ein Maximalbudget liegt im Auge des Betrachters und auch daran welche Länder man besucht.

Wir haben uns beispielsweise zunächst einmal angeschaut, wie viel wir insgesamt ausgeben können, uns dann die Preise für alle notwendigen Flüge angeschaut (wichtige Fixkosten) und daraufhin entschieden, wie lange wir auf minimalistische Weise reisen können.

Wofür sollte man das Budget einplanen?

Das Budget für die Reise selbst haben wir dann in verschiedene Bereiche aufgeteilt: Unterkünfte, Verpflegung, Transport und Aktivitäten.

Hierarchisch sind wir genau nach dieser Reihenfolge vorgegangen. Als erstes verplanten wir die Unterkünfte, damit dieser Teil vom Budget keine Überraschungen bringt. Danach setzten wir einen Fixbetrag von USD100 pro Woche für Verpflegung. Das restliche Budget hielten wir beiseite, denn um Transport und Aktivitäten haben wir uns größtenteils vor Ort gekümmert.

 

2. Routenplanung

An dieser Stelle macht es Sinn zu sagen, dass es uns darum ging die gewünschte Reise minimalistisch durchzuführen.

Warum sagen wir das genau hier? Weil wir uns nicht wirklich die günstigsten Länder Reise ausgesucht haben. Wer sich Low-Budget-Reiseblogs durchliest, wird schnell sehen, dass einem vorallem Länder vorgeschlagen werden, die günstig zum bereisen sind. Das ist auch eine super Taktik!

Wohin sollte man reisen?

Auch das liegt natürlich im Auge des Betrachters. Man kann überall minimalistisch reisen. In einem teuren Land und einem günstigen. Das Prinzip des minimalistischen Reisens ändert sich dadurch nicht.

Wir wollten unsere Reise jedoch unbedingt durch Nordamerika und Chile machen - Länder, die moderat bis teuer sind. Das macht die Minimalismus Challenge schwieriger, aber viel interessanter. Wieso, erzähle ich in einem späteren Teil.

Schlussendlich sah unsere Route wie folgt aus: München - Toronto - New York - Santiago de Chile - Atacama Wüste - Las Vegas - Los Angeles - Route 1 - San José/San Fran - Vancouver - München

Da wir nebenbei immer 4 Tage die Woche in einem Coworking Space gearbeitet und 3 Tage gereist sind, haben wir uns größtenteils auf Städte beschränken müssen, um eine gute Internetverbindung zu gewährleisten.

 

3. Unterkünfte

Van vs. Unterkunft?

An dieser Stelle kommt die Route ins Spiel. Wer sich eine Rundtour aussucht, die mit einem Fahrzeug abzufahren ist, kann die zum Beispiel wunderbar mit einem Van machen. Das kann auf jeden Fall eine minimalistische Form des Reisens sein.

Wir hatten uns das zunächst auch überlegt. Unsere Route wäre von Halifax quer durch Kanada auf der Route 1 bis zum Alaska Highway gegangen und von dort bis Ancourage. Wir mussten jedoch arbeiten und aus Erfahrung wissen wir, dass die Satelit-Internetverbindung in den kanadischen Nationalparks extrem schwach ist. Das Risiko konnten wir leider nicht eingehen. Gleichzeitig ist das so eine besondere Tour, da sollte keine Arbeit vom Erlebnis ablenken.

Kann man mit AirBnB minimalitisch reisen?

Absolut. Wir haben alles über AirBnB geplant. In den meisten Städten bekommt man bereits ab einer Woche einen satten Rabatt. Je länger man also bleibt, desto günstiger die Unterkunft.

In Toronto, Santiago, San José und Vancouver sind wir jeweils 3 Wochen geblieben, an allen anderen Orten 1-2 Nächte.

Was ist bei Unterkünften auf einer minimalistischen Reise wichtig?

Das ist natürlich wieder subjektiv. Wir orientierten uns nach folgenden Bedingungen.

 

In Städten:

- Superhost

- Zentrumsnah

- Bikesharing in der Nähe

- Ausgestattete Küche

- Waschmaschine

- Guter Wochenrabatt

- Günstig

 

Auf Reisen (Atacama, Vegas bis San José)

- Superhost

- Tiny House, wo möglich

- In Prärie

- Günstig

Zu einigen Punkten schreiben wir in den nächsten Abschnitten mehr.

Wie viel sollte man für Unterkünfte maximal ausgeben?

Das hängt natürlich von dem Land ab, in dem man reist und welches Budget man sich am Anfang gesetzt hat. Unser Durchschnitt war USD30 pro Nacht für zwei Personen, aber nie mehr als USD50 pro Nacht.

In teuren Gegenden, wie z.B. in Kalifornien, resultierte es darin, dass wir manchmal einfach auf einer Matratze am Boden geschlafen haben. Dafür waren wir aber direkt am Strand. Prioritäten :)

 

4. Transport

Wie lässt es sich minimalistisch reisen in Großstädten?

Abgesehen von den Flügen, haben wir versucht so viel wie möglich mit dem Fahrrad zu machen. Deshalb auch die Unterkunft in der Nähe einer Bikesharing Station.

Dadurch sparten wir uns das Geld für öffentliche Verkehrsmittel, Taxen und Uber/Lyft.

In Toronto und Vancouver hat das super funktioniert. In Santiago sind wir komplett alles zu Fuß gelaufen. In San José mussten wir jedoch auf die Tram und ggf. Lyft umsteigen, da Bikesharing nur in Downtown möglich war. In New York wiederrum ist das Bikesharing System super ausgebaut. Ohne Probleme kann man z.B. von Williamsburg nach Manhattan radeln und das Fahrrad dort irgendwo abstellen.

Wie sieht es bei längeren Strecken aus?

Je nachdem in welchem Land man unterwegs ist, kann man entweder mit dem Zug, Fernbussen oder eben einem Auto reisen.

Fernbusse sind normalerweise die günstigste Art. Für die Route 1 hat das leider keinen Sinn gemacht, so auch nicht der Zug. Deshalb haben wir diese längeren Fahrten mit dem Auto gemacht.

Wie finden man günstige Konditionen für Leihautos?

Tatsächlich ist uns hier aufgefallen, dass sich die Preise ähnlich verhalten wie bei Flügen. Es gibt Tage und Uhrzeiten an denen die Autos teurer oder günstiger sind. Wir haben deshalb täglich die Preise verglichen und beim günstigsten zugeschlagen. Wobei unversal zu sagen ist, dass Autos von Freitag bis Sonntag generell teurer sind.

 

5. Gepäck

Erinnerst du dich an den Punkt 'Waschmaschine' bei den Unterkünften? Minimalistisch verreisen bedeutet für uns auch wenig Gepäck mitzunehmen. Grund dafür? Bei den meisten Airlines zahlt man heute für Gepäck extra. Das wollten wir so gut wie möglich vermeiden und hatten beide nur einen großen Rucksack dabei.

Wie viel Gepäck braucht man auf einer minimalistischen Reise?

Unserer Meinung nach kommt es nicht auf die Länge der Reise an, da man seine Sachen ja immer waschen kann. Wir hatten für die ganzen drei Monate jeweils eine lange und eine kurze Hose, zwei Tshirts, einen Pullover, zwei Sets Merino-Sportbekleidung und ich noch einen Rock dabei. Dazu Laufschuhe, Sneakers und Flipflops. Das war's.

Der Rest unserer Rucksäcke war mit Medikamenten, Verpflegung und natürlich den alpengraphics Tassen gefüllt.

Wenn man regelmäßig Zugang zu einer Waschmaschine hat, reicht das vollkommen aus und reduziert die Flugpreiskosten.

 

6. Aktivitäten

Die Aktivitäten machen neben Unterkünften und Verpflegung den wirklichen Unterschied auf einer minimalistischen Reise. Denn Sightseeing ist meistens teuer.

Deswegen hier ein paar Tipps:

- Viele AirBnB Hosts haben Jahrestickets für die örtlichen Sehenswürdigkeiten und haben kein Problem, dieses Ticket auszuleihen. Falls sie es nicht aktiv anbieten, schadet nachfragen nicht.

- Informiere dich vorher gut, ob manche Sehenswürdigkeiten wirklich ihren Preis wert sind. Beispielsweise gibt es im Grand Canyon eine Glasbrücke, die ziemlich teuer ist und nicht im normalen Ticket inbegriffen ist. Wir waren froh, das Geld nicht bezahlt zu haben, denn sie war es überhaupt nicht wert.

- Suche im Internet nach kostenloses Aktivitäten (Cheap/free activities in XYZ), du wirst überrascht sein, wie viele Möglichkeiten es gibt. So haben wir beispielsweise kostenlose Openair Kinos, Straßenfeste, Yogastunden usw. gefunden. Die meisten Städte haben dafür Onlineportale, ansonsten bietet Meetup.com auch viele Angebote, wie z.B. gemeinsame Bergtouren.

- Wer gerne in der Natur ist, kann auf auf alltrails.com nach tollen Wanderungen in der Umgebung nachschauen. Man kann sie nach Fitnesslevel sortieren und sich damit die perfekte Route raussuchen. Wir haben auf diesem Weg wahnsinnig schöne Touren gemacht, die keinen Cent Geld gekostet haben.

Über diese Wege haben wir für Aktivitäten über die drei Monate hinweg ingesamt nur USD200 bezahlt.

Denn immer wieder haben wir uns die typische Minimalismus-Frage gestellt: "Wollen wir hierfür wirklich Geld ausgeben? Steht der Preis in Relation mit dem Erlebnis, das wir dafür bekommen?" Oft hat sich die Entscheidung dadurch erübrigt.

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Teil 3: Minimalistisch Reisen - die Herausforderungen!

1. Verpflegung

Die Verpflegung war eine unserer großen Stellschrauben, welche diese Tour zu einer minimalistischen Reise für uns gemacht hat. Denn wir haben mehr oder weniger komplett auf Restaurants verzichtet. Natürlich nicht immer, aber haben es auf höchstens einmal die Woche reduziert.

Jede Woche sind wir zum Supermarkt und haben für die nächsten 7 Tage eingekauft und dann wie im normalen Alltag täglich gekocht. Selbst in AirBnB's die wir nur für eine Nacht besucht haben oder in den kleinen Küchen der Tiny Häuser.

Die Besitzer hatten nie Probleme damit, dass wir ihre Küche benutzt haben. Eigentlich sind daraus sogar immer nette Gespräche am Esstisch entstanden, über die wir die Menschen hinter den AirBnBs erst so richtig kennenlernen durften.

Essengehen ist in fast allen Ländern teurer, als selbst einzukaufen und ist daher eine super Maßnahme, Geld zu sparen.

Oft haben wir uns zum Beispiel unser Essen eingepackt und sind dann an einen schönen Ort gefahren, um es dort zu genießen. Das hat den Restaurantbesuch immer wettgemacht.

 

2. Budget vs. Versuchung

Dieser Punkt ist extrem wichtig. Obwohl wir selbst minimalistisch leben und von der Lebensart auch überzeugt sind, sind auch wir den Versuchungen der großen Städte unterlegen. Die glitzernden Restaurants, Ladenfronten und Werbeposter.

Wir haben in den großen Städten ziemlich schnell gemerkt, wie leicht man durch die Konsumwirtschaft in Großstädten in das alte 'Fahrwasser' zurück verfällt.

Aus diesem Grund haben wir viel miteinander geredet. Wir haben uns gegenseitig im Auge behalten und bei jeder Versuchung gefragt: "Ist das ein Impulskauf? Brauchen wir das wirklich? Was bringt uns dieser Kauf?"

Denn so einfach taucht die Aussage auf: "Nun ja, jetzt sind wir schonmal hier, dann lass uns das auch machen!" Das ist auch absolut berechtigt. Die Aufgabe eines Minimalisten ist in diesem Fall zu fragen: "Okay, wenn wir das wirklich machen wollen, gibt es eine günstigere Alternative für das selbe Erlebnis?"

Kann ich beispielsweise statt der USD15 teuren Seilbahn einfach selbst den Berg hochsteigen? Oder gibt es eine ähnliche Sehenswürdigkeit, die kostenlos ist? Oder erlebe ich die Atmosphäre an diesem Ort genauso auch ohne an einer Attraktion teilzunehmen (z.B. Bootsfahrt, Casinos etc.)?

Die gesamten drei Monate sind wir genau so vorgegangen und am Schluss hatten wir nicht das Gefühl irgendetwas verpasst zu haben. Ganz im Gegenteil, wir haben uns so sehr mit unserer Umgebung auseinander gesetzt und den Möglichkeiten, dass wir die Örtlichkeit sehr bewusst wahrgenommen haben und nicht einfach stur auf die 'typischen' Sehenswürdigkeiten zugelaufen sind.

 

3. Souvenirs & Co.

Eng verknüpft mit dem vorherigen Punkt ist das Thema 'Souvenirs'. Braucht man Souvenirs?

Wir sind der Meinung, dass Erlebnisse in unserem Kopf gespeichert werden. Zu jeder Zeit können wir uns daran erinnern. Dafür brauchen wir keinen materiellen Gegenstand.

Tatsächlich wird über Souvenirs sehr viel in der Literatur zum Minimalismus gesprochen. Jeder hat dazu seine eigene Einstellung.

Unser Vorteil und zuvor auch so bedacht war, dass wir keinen Platz im Gepäck haben. Jeder Millimeter unserer Rucksäcke war gepackt und somit hatten wir keine Chance überhaupt an Souvenirs zu denken.

 

Unser Fazit zum minimalistischen Reisen

Schlussendlich muss jeder für sich selbst entscheiden, welche Aspekte einer minimalistischen Reise für ihn/sie wichtig und wertvoll sind. Dabei unterscheidet sich einfach jede Mensch.

Denn wie am Anfang erwähnt, es gibt keinen 'guten' oder 'schlechten' Minimalisten, solange er/sie sich die Frage stellt: "Ist das wirklich notwendig? Brauche ich das? Entsteht ein Wert, der mein Leben langfristig bereichert?"

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