3 Gründe, warum jeder Bergsteiger mal eine Mehrtagestour machen sollte - Outdoor-Talk alpengraphics

Ich kann mich noch genau erinnern, als meine älteren Geschwister das erste Mal mit Oma und Opa eine Mehrtagestour machen durften und ich noch zu klein war und zu Hause bleiben musste.

Mit meinen Großeltern war das Wandern immer wundervoll, denn da gab es eine super leckere Brotzeit und ganz ganz viel zu lachen. Als ich  sieben Jahre alt war, durfte ich dann auch endlich mit.

Also packte ich meinen kleinen Deuter Rucksack mit den wichtigsten Dingen und konnte die Abfahrt kaum erwarten. Damals hat mich die Landschaft noch nicht wahnsinnig interessiert, ist mir aber trotzdem als atemberaubend in Erinnerung geblieben. Das Highlight war damals der Würstlkocher vom Opa und die vielen Geschichten, die unsere Großeltern und deren Freunde mit uns teilten. 

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(Am Funtensee, Steinernes Meer, 2002)

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(Ingolstädter Haus, Steinernes Meer, 2002.
Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung)

Im Sommer 2018 habe ich beschlossen, alte Wege nochmal zu gehen und machte mich voller Euphorie auf den Weg ins Stubaital in Tirol. Diese drei Tage waren Balsam für meine Seele. An schlechten Tagen schwelge ich gerne in Erinnerungen an diese Tour die mir so viel Kraft gegeben hat. 

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(Stubai, Tirol, 2018)

Eine Bergtour über mehrere Tage ist vor allem für Menschen, die am liebsten von früh bis spät in den Bergen unterwegs sind eine tolle Sache, denn den Sonnenaufgang hoch oben zu erleben ohne dass man wahnsinnig früh aufstehen muss, ist einfach ein Genuss. Gerne teile ich hier mit euch die positiven Effekte einer Mehrtagestour.


  • Die Herausforderung

  • Schon allein die Fragen, was nehm ich mit, was kann ich getrost zu Hause lassen, ist die erste Herausforderung, denn jeder der schon einmal über einen längeren Zeitraum einen schweren Rucksack getragen hat, weiß, dass man irgendwann einfach nur froh ist sein Gepäck wieder loszuwerden.

    Meine Oma hatte immer an alles gedacht. In ihrem Gepäck befand sich unter anderem auch immer ein Schnürsenkel (ihr habt ja keine Ahnung für was man den alles brauchen kann zB dient der auch als Gürtel). Die Devise lautet also so wenig wie möglich mitzunehmen aber nichts wichtiges vergessen ;). 

    Außerdem sollte man auf jeden Fall eine Karte mitnehmen. Heutzutage ist das eine tolle Sache mit offline Apps wie zB maps.me oder komoot. Nur blöd wenn dann der Akku des Handys leer ist. Am Besten man informiert sich vorher ausführlich über die Routen, die man gehen möchte und ggf. auch über vorzeitige Abstiegsmöglichkeiten bei schlechtem Wetter. Was mich gleich zu meinem nächsten Punkt bringt.

    In den Bergen schlägt das Wetter sehr schnell um und hier heißt es auf jeden Fall rechtzeitig handeln. Ziehen schwarze Gewitterwolken auf, sollte man schnellstmöglich zur Hütte kommen oder einen sicheren Unterschlupf finden. 

    Für manche besteht wohl eine große Herausforderung darin, die eigene Ausdauer richtig einzuschätzen. Auch ich bin damals aufgrund meiner Knieschmerzen (und weil ich zwei Etappen auf einmal gehen musste, weil in der einen Hütte kein Schlafplatz mehr frei war) an meine Grenzen gestoßen, hatte aber genug Zeit um mich zwischendurch auszuruhen und wieder Kraft zu sammeln.

    Man sollte den schweren Rucksack und die müden Beine vom Vortag nicht unterschätzen und lieber absteigen, wenn man sich nicht absolut sicher ist, dass man den Weg auch bestreiten kann.

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    (Stubai, Tirol, 2019. 9kg Gepäck) 

  • Die Gesundheit

  • Dass Bewegung dem Körper gut tut ist uns wohl allen bekannt. Ich kann zB auch viel besser schlafen, wenn ich müde von einer Bergtour zurück komme. Aber nicht nur das, auch die Höhenluft tut mir einfach gut (im Frühjahr gehe ich besonders gern in die Berge, da ich dort keine Probleme mit meinem Heuschnupfen habe).

    Die Luft ist so viel klarer und sauberer, ich habe das Gefühl, ich kann dort oben so viel besser atmen. Eine Mehrtagestour hat aber nicht nur physische Auswirkungen auf unseren Körper sondern leistet ganz große seelische Veränderung. In meinem Beruf als Pädagogin bin ich jeden Tag Lärm und Hektik ausgesetzt und komme abends nicht immer zur Ruhe.

    Doch bin ich in den Bergen, ist das alles wie weggeblasen. Bei einer Tour von Hütte zu Hütte bekomm ich den Kopf komplett frei und fühl mich absolut ausgeruht. Trotz der Anstrengung tagsüber bin ich abends total entspannt. Mir ist es nicht nur einmal passiert, dass man über einen Hügel wandert und zu Tränen gerührt ist, weil man denkt man ist im Paradies gelandet.

    Da habe ich an einem Tag so viele Glücksgefühle wie sonst im ganzen Jahr nicht. Schon alleine deswegen möchte ich es jedem ans Herz legen, einmal so eine Tour zu machen. 

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    (Östliche Knotenspitze 3101hm, Stubai, Tirol, 2019)

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    (Stubai, Tirol, 2019. Einer der atemberaubenden Momente, als wir den See erblickten)


  • Die Gemeinschaft

  • Nachdem ich 2018 alleine unterwegs war und das meiner Familie nicht so gut gefallen hat, hab ich mich letztes Jahr dazu entschlossen mit einer Freundin zu gehen. Wir kannten uns aus Kindertagen, durch unsere Eltern und hatten uns viele Jahre nicht mehr gesehen.

    Bevor wir die Hüttentour machten, sind wir nur eine Tour zusammen gegangen um zu kucken, ob das mit uns klappt. Ich muss sagen, ich hätte mir keine bessere Begleiterin vorstellen können. Natürlich sollte man darauf achten, ungefähr das gleiche Tempo zu haben und auch generell miteinander auszukommen, denn man geht als Team und muss Entscheidungen gemeinsam treffen und das klappt nur, wenn man sich aufeinander einlassen kann.

    Man sollte Rücksicht aufeinander nehmen (oder man lernt es auf der Tour). Der Langsamere gibt das Tempo an. Es war eine wundervolle Erfahrung, die schönen Erlebnisse mit jemanden teilen zu können. Sich gemeinsam zu freuen, so viel Glück zu haben an solch wunderschöne Orte vorbei zu gehen.

    Auch die Abende in den Hütten bei einem wärmenden Tee oder einem kühlen Radler schweißen zusammen und man kann wunderbar den schönen Tag Revue passieren lassen. 

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    (Stubai, Tirol, 2019 mit @anna_.katharina)


    Ich wünsche jedem einzelnen von euch eine so tolle Tour wie wir sie hatten. Bei Fragen könnt ihr mich gerne über meinen Instagram-Kanal @valerie.ha kontaktieren.

    Dieses Interview wurde verfasst von @valerie.ha

    Meine erste Bergtour bin ich mit 3 Jahren gegangen, ok es war nur ein kurzer Weg zu einer Alm, aber ich wollte es damals unbedingt selbst gehen (sagt zumindest meine Mama).

    Seit ich denken kann bin ich also in den Bergen unterwegs. Es war aber nicht von Anfang an meine große Leidenschaft. Früher hab ich es regelrecht gehasst. Wir mussten damals mit unseren Eltern jeden Sonntag mit auf eine Wanderung, während unsere Freunde ins Schwimmbad fuhren oder sich zum Spielen trafen. Es war wirklich schlimm und wahrscheinlich noch schlimmer für meine Eltern, weil ich unter all meinen Geschwistern wohl die zickigste war und immer ganz bockig hinterher getrottet bin. Oben angekommen war der ganze Ärger dann wie verflogen. Gipfel haben mich auch schon damals angezogen und wahnsinnig fasziniert.

    Im Teenageralter haben wir uns dann irgendwann mal durchgesetzt und durften zu Hause bleiben. Erst seit ein paar Jahren habe ich das Bergsteigen wieder aufgegriffen und würde nun am liebsten jede Sekunde in den Bergen verbringen, denn das Wandern ist nun meine große Leidenschaft.

    Gerne teile ich meine schönen Momente mit euch auf meinem Instagramkanal valerie.ha und freu mich über jeden, der bei mir vorbei schaut.

    Wie sich die Wege von @valerie.ha & alpengraphics kreuzten

    Es ist immer ein besonderes Erlebnis, wenn sich digital neue Bekanntschaften ergeben. Einer dieser besonderen Erlebnisse war unser Kennenlernen mit @valerie.ha

    Und zwar hat Valerie eine unserer Tassen während der #socialdistancing Geschenkaktion über Instagram gewonnen. Für 20 Tage stellten wir täglich eine Frage und aus allen Anworten wurde jeden Tag ein Gewinner gekürt. Als Valerie gewann und wir ihren Account kennenlernten, waren wir gleich ganz verliebt. Sie ist super authentisch und sprüht einfach nur so vor Bergliebe - genau unser Schlag von Mensch.

    Über alpengraphics

    alpengraphics ist ein Zero-Plastik-Startup aus Tutzing am Starnberger See. Wir designen minimalistische Emaille Tassen für die nachhaltige Camping, Reise und Berg Experience.

    Unsere Campingtassen kommen aus der EU und werden in Deutschland mit unseren Designs bedruckt. Im gesamten Prozess verzichten wir auf Plastik. Damit halten wir unseren CO²-Fußabdruck gering und können das was uns am wichtigsten ist schützen - die Umwelt.

    alpengraphics Emaille Tassen sind waschmaschinen-, gasgrill- und lagerfeuerfest. Ein echtes Outdoor-Gadget eben :)



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